Montag, 12. Dezember 2011

logbucheinträge für alex

11.12. 2011


und v. 01.11.2011der bisher längste eintrag im logbuch:

Found it Found it
11/01/2011

Normalerweise lege ich meine Friedhofsbesuche nicht auf den Massenaufmarschtag Allerheiligen, aber heuer ging es zeitmäßig nicht anders, heuer musste ich tradi-tionell sein. Ich hatte zu meiner Überraschung aber festgestellt, dass der Andrang an diesem Tag bei weitem nicht mehr so groß ist wie in früheren Jahren. Tempora mutantur. • Ich hatte „eh nur“ zwei Gräber zu besuchen und dieser Tradi liegt ziemlich genau dazwischen, also kann ich ihn bei dieser Gelegenheit gleich mitnehmen. Ich hatte zuvor von diesem Cache nur schnell die Beschreibung und die Karte überflogen, anscheinend ein verstorbener Cacher und das Grab sollte auch ohne GPS leicht zu finden sein. Normaler Cacheralltag halt, nur eben auf einem Friedhof. Diesmal begleitete mich CityRunnerin und schließlich standen wir vor dem gesuchten Ort. • Auf den ersten Blick fiel uns dieses doch imposante Grab mit dem Engel auf. Solche Grabstätten, welche an den längst verblichenen Glanz alter Zeiten erinnern, gibt es hier zuhauf, aber diese ist anders. Keine vergangenen Zeiten mehr, es wirkt wie neu. Kein Unkraut, keine verblassende Schrift, keine zerbrochenen Steine, nur der Engel hat einen gebrochenen Flügel – ein gut passender Kontrast. Auffallend eine neue Inschrift und als wir die Jahreszahlen lasen, war uns sofort klar, dass dies kein normaler Cache sein würde. Klar, der Tod kennt kein Alter, manche holt er schon, kaum dass sie ihre ersten Atemzüge getan haben und viele scheint er zu vergessen, ehe er sich ihnen doch entsinnt. Trotzdem, zu jung in der heutigen Zeit! •Wir wählten den Weg hinten rum und entdecken den Cache auch sofort. Nach dem Öffnen der nett gestalteten Dose sahen wir gleich das Foto. Ein sympathischer freundlicher junger Mann blickte zu uns herauf. Er wird nicht mehr altern, als wäre er für immer konserviert in der Zeit. Was war passiert? CityRunnerin und ich blickten uns an, wissend, dass es hier keine Antwort geben würde und dass sie uns eigentlich auch nicht zusteht. Wir hatten den Eindruck, in die Privatsphäre eines Menschen und seinen Angehörigen gedrungen zu sein. Ich las die Cachebeschreibung nochmals – es war sein Wunsch. Sein Wunsch, dass Unbekannte – und doch verbunden durch das gleiche Hobby – ihn hier besuchen und diesen Ort beleben. Gefällt mir. Trotz der vielen Fragen, die bleiben. • Wir wussten nicht, was wir ins Logbuch schreiben sollten. Es war, als wären wir hier nicht alleine. Es war, als würde der Owner uns beobachten. Kein unangenehmer, nur ein ungewohnter Gedanke. Wir schreiben nur „CityRunner, 1.11.2011“ hinein und zündeten eine Kerze an. Ich hatte das schön öfter gemacht, Kerzen für mir unbekannte Menschen anzuzünden. Aber noch nie, für einen bestimmten mir unbekannten Menschen. Auch ein seltsames Gefühl. • Ich bin Agnostiker. Es kann sein, dass es einen Gott gibt. Oder auch nicht. Ebenso was den Tod betrifft. Es kann ein Leben danach geben. Oder auch nicht. In diesen Momenten glaube ich ersteres. Und wer weiß, vielleicht treffe ich den Owner einmal, irgendwann, irgendwo. Vor dem Tod habe ich keine Angst. Und dieses Gefühl bestätigte sich wieder, als wir diesen Ort schweigend verließen. • Über 700 Caches habe ich gefunden, aber keiner hat mich emotional so berührt wie dieser. Natürlich empfindet man etwas, wenn man (wieder einmal) vor „seinem“ Familiengrab steht, aber dieses Mal galten meine Gefühle mehr einem Menschen, den ich auf Erden nie kennenlernen durfte. • Als wir wieder zu Worten kamen, plauderte ich mit CityRunnerin über Gott und die Welt, über den Tod und das Leben, über Recht und Unrecht. Wir sprachen von den Millionen unbekannten Toten hier am Zentral, die uns nichts bedeuten. Und plötzlich gibt hier jemand all diesen ein Gesicht. Nicht Millionen Tote sondern jeder einzelne ein Individuum mit seiner Geschichte, seinem Leben, seinem Schicksal und seinen Angehörigen. • Und wenn ich jetzt schreibe „TFTC, Danke für den Cache“, dann war das noch nie so ernst gemeint. Danke Alex, wer immer du warst und wo immer du bist!

Sonntag, 30. Oktober 2011

allerseelen

gitta, 01.Nov.2011

es braucht keinen speziellen tag an dem alex in meinen gedanken ist. er ist es jeden tag.
da es aber üblich ist, besonders zu allerheiligen und allerseelen den verstorbenen zu gedenken:

ohne Worte - ein bild aus alex´album.

Sonntag, 11. September 2011

reiseerinnerungen


11.September 2011
zufällig ist mir dieses foto in die hände gefallen. alex vor dem world trade center in new york im juni 1999. da es in unseren medien und vor allem in amerika einen medienhype und gedenkfeiern zu diesem ereignis gibt, kann man diesem datum kaum entgehen.




alex reiste gerne und eine seiner letzten großen reise war zu neujahr 2006 mit einem arbeitskollegen und guten freund martin.
heute fand ich am bei alex´ grabstätte folgende nachricht und eine brennende kerze:
10.09.2011, ich denke noch oft an unsere Reisen Phillip und Martin.

wieder ein wunderschöner beweis, dass alex auch in den gedanken seiner freunde nicht vergessen wird und sie auch seine grabstätte besuchen.

Montag, 15. August 2011

freunde und mehr






die zeit seit alex uns verlassen hat vergeht so schnell aber er ist trotzdem immer dabei.
anfang des monats kamen andrea, nick und elizabeth aus england um den august bei uns zu verbringen.
mit ihnen wir haben unser jährliches treffen mit dem palliativteam gehabt. es ist immer schön, christina und renate zu treffen, die uns so sehr auf alex´weg zum "smiler in the sky" geholfen haben. in hainburg an der donau verbrachten wir einen angenehmen nachmittag bei kaffee und eis.

am wochenende davor kamen alex´enge freunde zum "grillen" zu uns in den garten. auch hier spürte man, dass alex regie führte obwohl er persönlich nicht anwesend war. das andenken an ihn geht auch ohne worte.

danke allen, die auf welche weise auch immer alex in ihrem gedächtnis halten.



Freitag, 24. Juni 2011

Ferien



tosca und ich haben nun eine saison im kindergarten im 11. bezirk absolviert und es war ein schöner erfolg.
es beginnen die ferien und somit verbrachten wir unsere letzte stunde vor der urlaubszeit mit den kindern im freien bei einem pic-nic im stadtwäldchen hinter dem kindergarten. dieses wäldchen wurde vor jahren von kindern der schule gepflanzt und somit ist auch sicher ein baum dabei, der von alex gesetzt wurde.
obwohl tosca die kinder anbettelte hat sie nichts von den guten butterbroten abbekommen. aber vom guten mineralwasser, dass sie aus einem papierbecher schlürfte, durften ihr die kinder etwas abgeben.
die kinder kuschelten und spielten mit tosca als wäre sie jeden tag mit ihnen und verabschiedeten uns für den sommer mit einer selbstgebastelten kleinen mappe mit zeichnungen von tosca und mir und einem selbst gebastelten magnet.
bezeichnend ist, dass tosca auf allen zeichnungen immer nur mit einem lächeln dargestellt ist. sie kann ja wirklich lachen und dies passt wohl auch zum titel des blogs.

Freitag, 3. Juni 2011

3.juni 2011
im juni 2005 hat alles begonnen. in meiner erinnerung ist der tag wo ich am spätnachmittag die nachricht bekam, dass alex nach einem schweren epileptischen anfall ins akh wien eingeliefert wurde, nicht auszulöschen.
zu diesem zeitpunkt waren wir alle ahungslos, hofften, dass es ein einmaliges ereignis war, und wußten nicht dass dies ein zeichen seines gehirntumors war. es dauerte einige tage bis dieser diagnostiziert war, jedoch dreieinhalb monate bis alex operiert wurde.
bis heute kann ich es nicht akzeptieren, dass man obwohl im juni feststand, dass es ein hochgradig maligner prozess im gehirn war, so lange mit der op gewartet hat.
alex aber hat die wartezeit und auch die zeit danach geduldig, teilweise sogar mit humor überstanden.